Gleußen im Itzgrund

Itzgrund-Wappen

 

Deutschland/Bayern/Oberfranken/Landkreis Coburg/Gemeinde Itzgrund
PLZ:96274 Itzgrund/Gleußen
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Chronik von Gleußen

Gleussen

Über die Herkunft des Namens Gleußen gibt es zwei Versionen. Einmal wird er von claustum = Kloster, Klause abgeleitet, die andere Version lautet Glucen = slawisch: " Ort, wo es dumpf hallt", Walddickicht. Für beide Versionen spricht einiges. Die zweite Version lässt darauf schließen, dass es sich ursprünglich um eine wendische Siedlung handelte, wohl aus der Zeit, als das Itztal noch bewaldet war und der Ort eine sumpfige Niederung gewesen sein mag, in der sich selbst heute noch häufig feuchtkalte Nebel zusammenziehen. Die uralte Nordsüdstrasse aus Thüringen über Coburg, Bamberg nach Nürnberg verlief in frühester Zeit noch auf den Höhen links der Itz, was wohl auch mit der Ungangbarkeit des Tales zusammenhing.
Die Anfänge der Christianisierung in unserer Gegend liegen in der Zeit, nachdem die Franken im 6.Jahrhundert die Thüringer nach Norden verdrängt und das Land in Besitz genommen haben. Spätestens bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts dürfte auch Gleußen von der Christianisierung erfasst worden sein. Die Kirchenchronik berichtet, dass Gleußen seit altersher zu der Oberpfarrei Altenbanz gehörte.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Gleußen im Jahre 1299 und dann noch öfters zu Beginn des 14. Jahrhunderts, und zwar in Schenkungsurkunden und Kaufverträgen, durch die mehrere Höfe in Gleußen an das Kloster Banz fielen, das zusehens an Einfluss und Macht gewann.

Gleußen war durch viele Jahrhunderte ein Ganerbendorf, das heißt, es wurde sozusagen von einer Erbengemeinschaft, bestehend aus dem Herzogtum Sachsen-Coburg und dem Kloster Banz, verwaltet. Solche Ganerbendörfer waren auch die Nachbarorte Herreth und Schottenstein.

Dorf Anfang des 16. Jahrhunderts wurden auch die Gleußener in den unseligen Bauernaufstand hineingezogen. Bei allen Leid, das ihnen daraus erwuchs, wurde ihnen die "Verkündigung der rechten Lehr" gestattet, und bereits 1528 trat der erste protestantische Pfarrer Heinrich Vischer aus Coburg sein Amt in Gleußen an.
Auch vom Dreißigjährigen Krieg blieb Gleußen nicht verschont. 1632 musste die Bevökerung den Durchzug des Kaiserlichen Generalismus miterleben, der mit 40000 Mann von Nürnberg über Bamberg gegen Coburg vorrückte, um die von den Schweden besetzte Festung zu erobern. Schon der Durchzug brachte Mord und Brandschatzung. Als dann die Festung die Übergabe verweigerte, tobte sich die Soldateska in fürchterlichster Weise in den Dörfern des Itzgrundes aus.

1758 hatte Gleußen 54 Wohnhäser, in denen 215 Erwachsene und 73 Kinder, also insgesamt 288 Seelen, wohnten.

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche in Gleußen geht in ihrer heutigen klassizistischen Form auf einen Neubau aus dem Jahr 1836 zurück. Dieser wurde notwendig, da 1826 der Nachbarort Kaltenbrunn nach Gleußen eingepfarrt wurde und die Kirche sich als zu klein erwies. Ihre Vorgängerin wurde 1686 erbaut und 1778 renoviert.
Einziges Zeugnis aus vorreformatorischer Zeit ist der Turm aus der Spätgotik. Der Raum im Erdgeschoss des Turmes, der ursprünglich als Chor der früheren Kirche diente und mit einem Kreuzgewölbe versehen ist, dient heute als Sakristei. 1682 bekam der Turm seine Haube mit dem Scharwachtürmchen.

Durch den Itzgrund führte seit alters her die große Handelsstraße von Nürnberg nach Leipzig, und ein sehenswertes Zeugnis aus dieser Zeit ist das ehemalige Gasthaus "Alte Post", wo die Pferde gewechselt wurden. Der erste Bauabschnitt ist 1603 errichtet worden, der zweite 1674, zum Teil in Sandsteinquadern und zum Teil in schönen Zierfachwerk. Sehenswert ist auch die Innenausstattung aus der Erbauungszeit. Erhalten geblieben ist auch die Zehntscheune des Klosters Banz mit Wappen.
In Johann Gerhard Gruners historisch-statistischer Beschreibung des Fürstentums Coburg von 1783 heißt es über Gleußen:

"Die Lage von Gleußen ist herrlich und der schönste Wiesen-Grund, an dem die Itsch vorbei gehet, schaffet den Einwohnern das beste Futter im Ueberfluß, die ganze Fluhr ist fruchtbar und es wird sehr gutes Gedrait daselbst gebauet. Viehzucht und Viehhandel wird stark getrieben, wobei sich diejenigen, deren Geschäfte es ist, sehr wohl befinden."

Zum Schluss sei der Geschichte und der Geschicke Gleußens mit einem kleinen Gedicht gedacht:

Der Heroldstein


Stift Bamberg und Land Sachsen bekämften sich ums Recht,
in Kaltenbrunn und Gleußen die Zeit war damals schlecht.
Gerichtsbarkeit und Zehnte, die gaben Grund zum Streit,
das Volk hat viel gelitten durch die Parteilichkeit.
Nach langem Strauß und Hader kam man doch überein,
die Landgrenz zu regeln am Weg durch einen Stein.
Er trug ein rotes Fähnlein, das weithin sichtbar war
und, die ihn da passierten, die Deutung machte klar.
Im Itzgrund wird der Grenzstein auch Heroldstein genannt,
weil bis hierher der Herold des Landes ward benannt.
Noch heute steht das Zeichen am Matzenbach im Gras,
dort dient er nun zur Markung des Fluren an der Straß`.
Heroldstein

Quelle:alte Kirchenchronik über Gleußen


Beim Bau der B4 Ende der 50-er; Anfang der 60-er Jahre ist der alte Heroldstein abhanden gekommen. Am 26.05.2005 wurde, im Rahmen einer kleinen Feier, ein neu gesetzter Heroldstein eingeweiht. Der Stein ist nun wieder an der alten B4-Brücke ( Matzenbach) zwischen Gleußen und Kaltenbrunn zu besichtigen.


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